Partizipation und Resonanz

Partizipation und Resonanz

8. April 2021 Uncategorized Anregungen 0

Das derzeitige Verständnis von Bildung und guter Lehre wird durch viele verschiedene Strömungen und Lösungsstrategien zu einem bunten Sammelsurium aus ethischen, politischen und persönlichen Lebenseinstellungen, welche nicht immer im Sinne der Lernenden und deren Potentialentfaltung stehen. Gleichzeitig ist die Gesellschaft heutzutage von einer Schnelllebigkeit, einem stärker werdenden Konkurrenzdenken und von Wettbewerbsstrukturen des Kapitalismus geprägt, weshalb es einer präventiven Vorbereitung der jungen Menschen auf diese Welt bedarf. Es erfordert eine sensibilitätsgerechte Lehre, welche sich neben der Vermittlung relevanter Themenbereiche gleichsam auch mit der Förderung emotions- und sozialbezogener Kompetenzen und Fähigkeiten auseinandersetzt. Denn für ein gelingendes Leben brauchen heranwachsende Menschen mehr als das, was ihnen derzeit in den meisten Universitäten mitgegeben wird. Da neue Zeiten auch immer neue Lebensumstände hervorbringen, braucht es neue Kulturtechniken, die den Lernenden beigebracht werden, um sich in der Welt von heute und morgen zurechtzufinden. Dazu gehören Achtsamkeitstechniken, emotionale Kenntnisse und Regulationsübungen, sowie die Fähigkeit mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, um sich mit ihren Potentialen in die Gesellschaft einbringen zu können (vgl. AVE Institut 2021). Auch in der wissenschaftlichen Lehre können die persönlichen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten der Studierenden durch den Ausbau der partizipativen Möglichkeiten gefördert werden. Außerdem wurde die Relevanz studentischer Partizipation hinsichtlich eines erfolgreicheren Lehren und Lernens, einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Dozierenden und Lernenden sowie der Steigerung der Motivation der Studierenden verdeutlicht (vgl. Glesinki et al. 2021). 

Die vorliegende Arbeit untersucht daher einen möglichen Aspekt, wie die Beziehungsfähigkeit der Resonanz in universitärer Lehre aufgebaut und genutzt werden kann, um eine gelingende Partizipation in Lehr-Lern-Prozessen zu unterstützen und dadurch eine neue Lehr- und Lernkultur zu etablieren.

1.    Das Prinzip der Resonanz nach Hartmut Rosa

Auch Hartmut Rosa (2016) sieht als zentrale Probleme der heutigen Gesellschaft die Beschleunigung sowie die Abhängigkeit von monetären Reichtümern und materiellen Ressourcen an (vgl. ebd., S. 12). Da Rosa sich ausgiebig mit der Soziologie des guten Lebens auseinandergesetzt hat, entwickelte er eine mögliche Lösung, die diesen Problemen entgegenwirken kann. Das Prinzip der Resonanz soll demnach den Blick auf die Beziehungen richten, welche signifikant unser eigenes Leben prägen und bereichern. Der Fokus auf die Beziehungen, die in unserem Leben existieren, soll dabei helfen, diese mehr zu wertschätzen und das eigene Leben nicht durch die materiellen oder monetären Ressourcen, sondern durch fruchtvolle Beziehungen zu bereichern (vgl. ebd., S. 12f.). 

Dabei meint Resonanz das „[…] prozesshafte In-Beziehung treten mit einer Sache […]“ (ebd., S. 7), wobei dies ein Mensch, ein Tier, ein Objekt, ein Forschungsbereich oder ein Hobby sein kann. Nach Rosa geht es insofern um eine „Weltbeziehung durch Anverwandlung“ (ebd.), welche sich aufbaut, wenn eine Sache einen Menschen wirklich berührt und dadurch auch das Potential hat, diese Person zu verändern. Nur wenn eine solche Beziehung zu einer Sache entsteht, können sich bestimmte Dinge angeeignet werden. Es ist also nicht mehr ausreichend, gewisse Inhalte einfach auswendig zu lernen, sondern Lernende müssen davon berührt werden, um sich die Welt anzuverwandeln, also durch die Berührung sich ein Stück weit zu verwandeln oder zu verändern. Durch diese Art der Beziehung zur Welt und ihren vielfältigen Themen, Objekten, Phänomenen und Menschen kann sich ein neues Verständnis von dieser bilden. Darüber hinaus kann das Prinzip der Resonanz auch als eine Beziehung des gegenseitigen Hörens und Antwortens betrachtet werden (ebd., S. 23). Es bedeutet, eine feine Änderung in der eigenen Haltung einzunehmen und dadurch eine Bereitschaft und Offenheit zu verkörpern, durch die Interaktion mit anderen Dingen berührt und verändert zu werden. Gleichzeitig beinhaltet diese Haltung auch, dass ein Mensch in der Lage ist, etwas von sich zurückzugeben, auf die Sache oder den Menschen zu antworten und dadurch dem Anderen einen Widerhall – nicht im Sinne eines Echos – sondern im Sinne einer Rückmeldung, einer ehrlichen Antwort und Reaktion auf den Menschen oder Gegenstand, zu geben.  

2.    Resonanz in Lehr-Lern-Prozessen

Um diesem Konstrukt etwas mehr Substanz zu verleihen, wird in diesem Kapitel beispielhaft aufgezeigt, wie Resonanz in Lehr-Lern-Prozessen gelebt werden kann. Dafür wird zunächst erläutert, was unter Lehr-Lern-Prozessen zu verstehen ist, um anschließend eine beispielhafte Anwendung des Prinzips der Resonanz folgen zu lassen. 

3.1 Lehr-Lern-Prozesse

Nach Hof (2007) können Lehr-Lern-Prozesse als Wissensvermittlungs- und Aneignungsprozesse aufgefasst werden, welche sich aus einer lehrenden (weiterbildenden) und einer lernenden (adressierenden) Person zusammensetzen (ebd., S. 36f.). Darüber hinaus wird eine Lernumgebung durch die Zusammensetzung der jeweiligen Lerngruppe (das schließt auch die lehrende Person mit ein), die didaktische und methodische Beteiligung der Lehrkraft, die Formen des Lernens, die gemeinsamen Lehr-Lern-Ziele, die räumliche Gestaltung, sowie den zeitlichen Ablauf konstituiert (ebd.). 

3.2 Resonanz in Lehr-Lern-Prozessen

Davon ausgehend, lässt sich nun das Prinzip der Resonanz in solchen Geschehnissen eingliedern. Dieses kann als spezifische Form der Beziehung erachtet und analogisch aus der Musik abgeleitet werden. Dabei können die lehrende und die lernende Person jeweils ein Musikinstrument darstellen, welche dann miteinander in eine Resonanzbeziehung treten. Diese beiden (Klang-)Körper haben ihre eigenen Sprachen zu sprechen, individuelle Dynamiken und Voraussetzungen, die zu unterschiedlichen Arten der Kommunikation führen können. Wenn sie aber miteinander klingen – also ein Resonanzfeld durch eine gemeinsame Beziehung aufbauen – wollen, dann müssen sie sich aufeinander abstimmen (vgl. Rosa 2016, S. 22). Das könnte für Dozierende bedeuten, dass sie versuchen, Fachbegriffe genauer zu erklären und gleichsam stehen Studierende in der Verantwortung, die Alltagssprache beispielsweise zu vermeiden. Außerdem ist es von großer Bedeutung, dass diese beiden (Klang-)Körper hinreichend geschlossen und gleichzeitig genug geöffnet sind, damit sie überhaupt eine Resonanz erzeugen können (vgl. ebd.). Konkret bedeutet das, dass wenn Dozierende und Studierende in eine gemeinsame Resonanzbeziehung treten wollen, dann ist es von großer Bedeutung, dass sie jeweils ihren eigenen individuellen Raum (Standpunkt) bilden und nicht alles von der anderen Person übernehmen. Im gleichen Moment gilt es aber auch, offen genug zu sein, um der anderen Person ohne Voreingenommenheit zu begegnen und die Beziehung zuzulassen. 

Das Prinzip der Resonanz nach Hartmut Rosa kann also in Lehr-Lern-Prozessen in der universitären Lehre zum Einsatz kommen. Ob Dozierende und Studierende die Form der Beziehungsübernahme eingehen wollen, bleibt ihnen überlassen. Außerdem gibt es bestimmte Voraussetzungen (individuelle Einstellungen, unabhängige Meinungen, Einlassen auf die andere Person), welche es zu bedenken gilt, wenn Resonanzbeziehungen aufgebaut werden wollen. Es bleibt festzuhalten, dass egal wer mit wem in Beziehung treten möchte, zunächst seine eigene Stimme bilden sollte und ebenso offen für den Klang der anderen Stimme zu sein. Nur durch gegenseitigen Respekt und dem Unverfügbaren – dem noch nicht vorhandenen – einen Raum gebend, indem keine der beiden Personen eindeutig vorherbestimmt, wie die Situation ausgehen mag, kann eine bereichernde Resonanzbeziehung in Lehr-Lern-Kontexten gestaltet werden. 

3.    Partizipation und Resonanz

Dass Resonanz grundsätzlich in Lehr-Lern-Prozesse einzugliedern ist, wurde im vorherigen Kapitel verdeutlicht. Folglich soll untersucht werden, welche Rolle Resonanzbeziehungen insbesondere in Themengebiet der studentischen Partizipation spielt. Dafür wird zunächst erläutert, was studentische Partizipation bedeutet und ausmacht und welche Zusammenhänge zwischen dieser und der Resonanz bestehen. 

4.1 Studentische Partizipation

Partizipation kann hierbei nach Glesinki et. al (2021) als Handlungsraum verstanden werden, in dem die Beteiligten verschiedene Handlungsoptionen zur Verfügung haben. Dieser Raum ist begrenzt durch die eigenen individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten und wird durch die Gesamtsumme allen Wissens und aller vorhandenen Kompetenzen der Beteiligten, sowie deren Bereitschaft zur Partizipation konstituiert (vgl. Glesinki et al. 2021). Darüber hinaus kennzeichnet sich studentische Partizipation durch eine gemeinsame Verantwortungsübernahme von Lehrenden und Lernenden im Sinne einer gemeinsamen Gestaltung der Lehrveranstaltung. Somit ist studentische Partizipation eine Gemeinschaftsaufgabe und wird nicht nur durch die lehrende Person „freigegeben“ oder ermöglicht, sondern die Beteiligung am Prozess und an der Verantwortungsübernahme für den Verlauf der jeweiligen Veranstaltung liegt auch in den Händen der Studierenden. Damit studentische Partizipation gelingt, schlagen Glesinki et. al (2021) eine kontinuierliche und langanhaltende Etablierung von partizipativen Methoden, einer konstanten Kommunikation, sowie von gleichberechtigten Entscheidungsfindungen vor. Um das Treffen gemeinsamer Entscheidungen überhaupt zu ermöglichen, muss vorerst eine Willensbildung stattfinden, welche wiederum durch regelmäßige Feedbackschleifen in beide Richtungen gefördert werden kann (vgl. ebd.).[1] Diese Willensbildung kann auch als ein Resonanzraum verstanden werden, bei dem die Beteiligten ihre eigene Meinung klar kommunizieren können und gleichzeitig sich mit den Standpunkten anderer aktiv und ehrlich auseinandersetzen. Ein letzter Aspekt, welcher im Rahmen dieser theoretischen Erklärung zu Partizipation genannt werden soll, ist der der Nähe, des Vertrauens und der Identifikation. Studentische Partizipation wird nämlich durch eine Nähe-Distanz-Dynamik geprägt und maßgeblich beeinflusst. Wer sich mit seiner Hochschule, seinem Studiengang, der dozierenden Person oder den Inhalten der jeweiligen Veranstaltung identifizieren kann, ist eher dazu geneigt, seine Partizipation zu erhöhen (vgl. ebd.). Eine gelingende studentische Partizipation in universitärer Lehre ist also abhängig von einer gewissen Nähe, Identifikation und ein wirkliches Vertrauen seitens der Studierenden und Dozierenden in den jeweiligen Bereich (Hochschule, Studiengang, Seminar…). 

4.2 Zusammenhänge zwischen studentischer Partizipation und Resonanz

All diese Aspekte lassen sich mit dem Prinzip der Resonanz verbinden, was verdeutlichen kann, wie eng die Zusammenhänge zwischen einer gelingenden studentischen Partizipation und der Etablierung von Resonanzbeziehungen in Lehr-Lern-Prozessen sind. 

Zuerst sei die Begrenzung studentischer Partizipation im Sinne des gemeinsamen Handlungsraums durch verschiedene Kompetenzen und Fähigkeiten genannt. Auch um in Lehr-Lern-Prozessen in gemeinsame Resonanzbeziehungen treten zu können, bedarf es sozialer Kompetenzen und Fähigkeiten. Wenn diese nicht gegeben sind, fällt es schwer einen solchen Resonanzraum zu eröffnen und zu gestalten (Vgl. Rosa 2016, S. 22). Zweitens ist auch das Prinzip der Resonanz, wie die studentische Partizipation, „[…] eine Beziehungsform, die nicht einseitig ist.“ (ebd., S. 29). Es muss also in beiden Fällen eine gemeinsame Verantwortungsübernahme und Gestaltungsbereitschaft vorliegen, um einerseits erfolgreich zu partizipieren und andererseits eine Beziehung – eine Resonanz – zwischen Menschen aufzubauen. Ein dritter, gemeinsamer Aspekt ist der der Kontinuität. Sowohl die studentische Partizipation als auch die Resonanz ist abhängig von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Beim Prinzip der Resonanz spricht Rosa auch von einem „prozesshaften“ (ebd., S. 16) In-Beziehung treten mit einer Sache, von Momenten des stetigen Berührens und Berührtwerdens. Ohne eine kontinuierliche Etablierung von Partizipationsmöglichkeiten als auch der stetigen Schaffung von Resonanzräumen, sind beide Konzepte erfolgslos. Viertens, Resonanz und studentische Partizipation erfordern beide regelmäßiges Feedback. Tatsächlich ist das Prinzip der Resonanz fast schon eine Voraussetzung für ein gelingendes Feedback, da zunächst ein Resonanzraum (oder auch eine Willensbildung, siehe Kapitel 4.1) – ein Raum gegenseitiger Offenheit – geschaffen werden muss, um davon ausgehend gemeinsam zu reflektieren und das Kritisierte zur Sprache zu bringen (ebd., S. 67). Auch hier sei noch einmal der Verweis auf den Beitrag von Maximiliane Wyremba genannt, welcher vertiefende Gedanken hinsichtlich des Themas „Feedback“ aufgreift. Zuletzt sei genannt, dass wechselseitiges Vertrauen (als Voraussetzung für eine gelingende studentische Partizipation) Resonanz – also eine Beziehung zwischen Studierenden und Dozierenden – erschaffen kann. Denn nur wenn jemand einer anderen Person vertraut, kann dieser jemand sich selbst auch öffnen und Gesagtes oder Gezeigtes von der anderen Person empfangen sowie gleichsam wieder etwas zurückgeben. Nur auf der Basis von Vertrauen kann eine wechselseitige Beziehung und eine gelingende Partizipation stattfinden. Dadurch entsteht automatisch eine Nähe und eine Identifikation zur anderen Person. Nur wenn eine gemeinsame emotionale Nähe zu einem Thema oder den Seminarinhalten vorliegt, kann ein gemeinsames In-Beziehung treten und eine Partizipation. Folglich hängen die Partizipation und auch die Resonanz beide stark von der Identifikation und der Nähe zu einer Person ab. 

4.    Fazit

Die Relevanz der Themen der Resonanz und der Partizipation sind Antworten auf das aktuelle gesellschaftliche Geschehen. In einer Welt, die von Schnelligkeit, Habgier und Konkurrenz geprägt ist, brauchen junge Menschen einerseits Möglichkeiten, sich und ihre Meinungen einzubringen und andererseits die Fähigkeit, mit anderen Menschen in bereichernde Beziehungen zu treten. Eine sensibilitätsgerechte Lehre, welche die Notwendigkeit emotionaler und sozialer Kompetenzen betont, kann hierbei als eine mögliche Lösung gesehen werden, um Heranwachsende trotz aller Herausforderungen auf das Morgen vorzubereiten. Und hierbei spielen die studentische Partizipation und das Prinzip der Resonanz nach Hartmut Rosa eine wichtige Rolle. Es stellte sich in der vorliegenden Arbeit folglich die Frage, inwiefern das das Prinzip der Resonanz eine gelingende Partizipation in Lehr-Lern-Prozessen unterstützen kann.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass das wechselseitige In-Beziehung treten im Rahmen der Resonanz, Nähe zwischen Studierenden und Dozierenden schaffen kann, welche für eine gelingende Partizipation erforderlich ist. Darüber hinaus ist es möglich, dass Resonanz, da es ebenso wie Partizipation auch eine Gemeinschaftsaufgabe zwischen Menschen ist, die gemeinsame Verantwortungsübernahme der studentischen Partizipation verstärkt. Ferner kann geschlussfolgert werden, dass sich die Änderung der Haltung, welche sich bei der Resonanz zu einem stetigen Zuhören und Antworten entwickelt, die erforderliche kontinuierliche Kommunikation zwischen den am Partizipationsprozess Beteiligten positiv auswirken kann. Denn wenn sich die Studierenden und Dozierenden im Rahmen der Resonanz stetig gegenseitig zuhören und dem Gegenüber auch einen Widerhall gegen, kann vermutet werden, dass die Kommunikation im Allgemeinen an Quantität und Qualität zunimmt. Außerdem gilt es zu beleuchten, dass wenn das eigene Auftreten der Studierenden oder Dozierenden authentisch – im Sinne einer Ehrlichkeit seiner eigenen Fähigkeiten gegenüber – gelebt wird, auch der jeweils anderen Person mit mehr Respekt und Wertschätzung begegnet werden kann. Wenn also die eigene und andere Stimme (des Klangkörpers) einen Raum zum authentischen Klingen bekommt, kann auch die Heterogenität der Lerngruppe und des Handlungsraums eines Lehr-Lern-Prozesses berücksichtigt und wertgeschätzt werden. Zu guter Letzt sei genannt, dass sich, wenn Resonanzbeziehungen – als Anverwandlungen mit der Welt – im Rahmen von Lehr-Lern-Prozessen gelebt werden würden, die Identifikation mit dem jeweiligen Thema oder den Beteiligten der Lehrveranstaltung und damit sich auch die Partizipation erhöhen könnte. 

Abschließend gilt es zu betonen, dass diese beiden Konstrukte relativ schwer zu fassen sind und es guter Unterstützung und Begleitung bedarf, um sie gekonnt in Lehr-Lern-Prozessen gemeinsam zusammendenken und -leben zu können. Jedoch ist es wichtig zu betonen, dass Lehrende und Studierende ihren ganz persönlichen Teil dazu beitragen können, um bereichernde Resonanzbeziehungen in Lehr-Lern-Prozessen zu etablieren. Einerseits könnten sich die Beteiligten des Lehr-Lern-Prozesses vorher bewusst machen, welche persönliche Motivation und Fähigkeiten sie haben, um sich im Rahmen der Lehrveranstaltung einzubringen. Andererseits ist es von großer Bedeutung, dass sich alle Beteiligten respektvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen, um einen Resonanz- und Partizipationsraum entstehen zu lassen. Dabei spielt das Moment der Unverfügbarkeit eine große Rolle. Es ist die Offenheit, das zuzulassen, was kommen mag, ohne direkt in die Bewertung der Situation zu gehen. Studierende und Dozierende sind also dazu angehalten, jeweils die Freiräume für unterschiedliche Interessen, Meinungen und Beiträge offen zu lassen, um im Sinne des wechselseitigen Hörens und Antwortens einen gemeinsamen Raum der Begegnung, des Berührens und Berührtwerdens entstehen zu lassen. 


[1] Weiterführende und detailliertere Informationen zu dem Thema Feedback können in dem Beitrag von Maximiliane Wyremba gefunden werden.  

Literatur

AVE Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit und Engagement gGmbH (2021). Unser Anliegen. Online im Internet unter https://ave-institut.de/ueber-ave/ [Stand: 15.02.2021]. 

Hof, C. (2007). Ein empirisch fundierter Vorschlag zur Typisierung von Lernumgebungen. Analyse der Seminare im Rahmen des Projekts VaLe. In: Kaiser, A./ Kaiser, R./Hohmann, R. [Hrsg.], Lernertypen – Lernumgebung – Lernerfolg: Erwachsene im Lernfeld, S.35-59. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

Rosa, H. (2016). Resonanzpädagogik: Wenn es im Klassenzimmer knistert. Weinheim: Beltz Verlag.

Rosa, H. (2016). Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehungen. Berlin: Suhrkamp.

Glesinski, A./Vergöhl, F./Dingfeld, K./Recke, E./Fricke, L. (2021). Studentische Partizipation in der Hochschullehre initiieren – Handreichung für partizipative Lehre. Online im Internet unter http://studpartinitiieren.glitch.me [Stand: 14. Dezember 2020].